Olive, der silberne Stern

Es war einmal ein silberner Stern, der hell er vom Himmel leuchtete. Jeden Abend, wenn die Sonne unterging machte er sich auf den Weg zu seinem, ihm zugeteilten Platz am Himmel. Hier klinkte er sich in das Sternenband ein und nahm seine Arbeit auf. Alle seine Kraft verwandte er um hell zu strahlen. Jahrelang gab sich der silberne Stern Mühe, immer das gleiche, helle Licht zu verbreiten. Kein einziges Mal gönnte er sich eine Pause.

Eines Tages wollte der silberne Stern, der Olive hieß, sich in das Sternenband einhängen, konnte aber vor Erschöpfung nicht einmal seinen Arm zu der Sternklammer heben. Er sammelte seine letzten Kräfte und sprang hoch. Mühsam gelang es ihm sich in das Sternenband einzuhängen. Dann versuchte er zu leuchten, doch nur ein schwaches Glimmern erschien. Der silberne Stern war völlig ausgebrannt. Freudlos schleppte er sich jeden Tag zu seiner Arbeit, hatte aber keine Kraft mehr seine Aufgabe zu erfüllen. Das sah der Sternenvater, der gerade seine Inspektionsrunde machte. Er unterhielt sich lange mit Olive. Danach verordnete er ihm eine Woche Urlaub. Nach dieser Ruhepause sollte Olive sich wieder bei ihm melden. Olive versuchte seine Woche Ferien zu genießen, aber er war so ausgelaugt, dass keine rechte Freude in ihm aufkommen konnte. So meldete sich ein noch erschöpfterer silberner Stern bei dem Sternenvater. Dieser sagte: ”Komm mit mir. Für eine Weile bekommst du einen neuen Platz im Sternenband”.

Sie wanderten längere Zeit und kamen in einer Gegend an, die Olive völlig fremd war. Hier wies ihm der Sternenvater einen Platz zu und half Olive sich in das Sternenband einzuklinken. ”Was siehst du?” Fragte er Olive. Dieser schaute lange in die dunkle Landschaft unter ihm. ”Ich sehe viele Bäume mit blass grauer Rinde und graugrünen Blättern. Ach ja, jetzt sehe ich noch viele Blütentrauben, die an den Zweigen dieser Bäume hängen.” ”Das ist ein Olivenhain”, sagte der Sternenvater, ”du bist hier über dem Mittelmeer, da ist es sehr warm und nur hier gedeihen diese Bäume. Ihre Früchte heißen Oliven.” ”Die heißen ja wie ich”, staunte der kleine silberne Stern. ”Ja, deswegen bin auch darauf gekommen, dich hierher zu versetzen”, meinte der weise Sternenvater, ”bleib eine Weile hier und schone deine Kräfte. In kurzer Zeit wird deine Müdigkeit verschwunden sein und du wirst so hell strahlen wie eh und je.” Mit diesen Worten verließ der Sternenvater den silbernen Stern. Olive schaltete sein Leuchten gedämpft ein. In seinem silbrigen Licht konnte er die Olivenbäume besser erkennen. Mit jeder Minute fühlte er sich kräftiger. Als nach drei Wochen der Sternenvater wieder vorbeikam, sah er den alten Olive vor sich. Vor Kraft strotzend und hell leuchtend. ”Ich glaube ich kann wieder auf meinen alten Arbeitsplatz zurück”, jubelte Olive. Ich fühle mich wie nach einer langen Krankheit genesen. So richtig rund und gesund”. Der Sternenvater freute sich mit Olive und begleitete ihn wieder zu seinem angestammten Platz am Sternband. Olive hängte sich hier ein, freute sich wieder seine gewohnte Umgebung zu sehen und begann zu strahlen. Silber, fast silberweiß strahlte er. Der Sternenvater strich ihm gütig über den Kopf und ging seines Weges.