Diese Zusammenfassung ist während meiner Ayurvedakur im Juni 2010 im Ayurveda Hotel Paragon (http://www.paragonsrilanka.com) entstanden und stützt sich auf Unterlagen des Hotel Paragon, Vorträge der Ayurveda Ärzte während der Kur und dem Ayurvedabuch von Prof. Manfred Krames siehe: (http://www.vata-syndrom.de)
Ayurveda – Die Lebens – Wissenschaft
Die Lehre des Ayurvedas ruht auf drei Säulen:
- Kräutermedizin
- Ernährung
- Ölanwendungen
Alle Menschen bestehen aus Äther (Geistiges), Raum (Hohlorgane), Luft (Fließbewegung, Veränderung), Feuer (Verdauung, Zersetzung), Wasser (alles Flüssige) und Erde (alles Feste) – doch das Mischverhältnis ist in jedem Menschen geringfügig verschieden. Es gibt also z.B. Menschen mit viel Erd- und weniger Luftanteil und solche mit z.B. viel Feuer- und weniger Wasseranteil. Das heißt nicht, dass manche eine größere Blase haben oder mehr Knochen oder mehr Tränenflüssigkeit und dergleichen, sondern die Energetik und Präsenz mancher Elemente ist stärker ausgeprägt.
Das etwas Mehr oder Weniger eines bestimmten Elementes erst macht die Einzigartigkeit eines jeden Individuums aus.
Das Element, das besonders stark vorherrscht, macht nicht nur den eigenen Typ, sondern das gesamte Wesen und Leben aus. Ferner führt dieses Element zu bestimmten Störungen und Krankheiten, die typisch sind für dieses Element.
Ein Mensch mit proportional erhöhtem z.B. Luftanteil neigt Zeit seines Lebens zu typischen Luftkrankheiten, auf physischer wie psychischer Ebene – muss diese aber nicht bekommen, wenn er sich seiner Veranlagung bewusst ist und Nahrungsmittel, Sportarten und Situationen vermeidet, welche dieses Element noch verstärken. Tut er das nicht – bewusst oder unbewusst – ist seine Leidensgeschichte vorprogrammiert.
Wenn ein Element zu stark, zu dominant geworden und mit den anderen nicht mehr im Gleichgewicht ist, führt das unweigerlich zu Störungen im körperlichen und psychischen Bereich.
Damit ein Element keine Störungen auslöst ist es wichtig es nicht zu provozieren und zu erhöhen.
Äther - Luft
Die Elemente Äther (bzw. das Geistige in uns) und Luft/Wind (bewirken Veränderung und Bewegung – auch mental) sind notwendig, damit der Geist aktiv und beweglich bleibt, damit wir Interesse entwickeln, Begeisterung zeigen und lernfähig sind. Sind nun bei bestimmten Personen diese beiden Elemente besonders stark ausgeprägt, sind die Betroffenen auch tatsächlich besonders einfallsreich, geistig rege, kreativ, begeisterungsfähig usw. und haben ihren Interessenschwerpunkt meist in geistigen, künstlerischen, kulturellen und spirituellen Bereichen (Spirit = Geist.)
Dieser Typ baut oft Luftschlösser und ist wechselhaft und euphorisch
Mögliche Probleme:
Überall da, wo Hohlräume sind – Darm, Blase, Uro-Genitalsystem, Ohren (Tinitus), alle Probleme des geistig-psychischen Bereiches wie, erhöhte Stressanfälligkeit, Schlafstörungen, Angst, Nervosität, Schlafstörungen
Wenn Nahrungsmittel mit Lufterhöhender Energetik gegessen werden (Kohl, Bohnen) oder viel Kohlensäure getrunken wird bekommt man Blähungen.
Wenn zuviel Luft in unserer „Körper-Geist-Einheit“ vorherrscht, bzw. wenn die Energetik dieses Elementes zu stark ist, sind die Folgen Blähungen, Verstopfung (zu viel Trockenheit im Körper), ständig kalte Füße, Reizblase, Menstruationskrämpfe (Blase und Gebärmutter sind hohl), trockenen Haut, Faltenbildung, gereizte Nerven
Feuer
Menschen, deren Feuerelement stärker vorhanden ist, haben auch tatsächlich mehr Feuer in sich, sie sind hitzköpfiger entwickeln mehr Heißhunger und sind auch heiß in der Liebe, sie können auch vor Wut kochen. Wer mehr Feueranteil hat hält es gut in der Sauna aus. Dieser Typ fährt auch lieber in den Schiurlaub als auf den heißen Strand. Feuer wird durch zu viel Ehrgeiz oder durch innere Wut noch erhöht und die Hitze steigt nach oben – wo sich die Haarwurzeln befinden – daher neigt dieser Typ zu frühzeitiger Glatzenbildung.
Ohne Feuer – Verbrennung könnte keine Verdauung stattfinden.
Krebs ist fast immer auf ein überhöhtes Feuerelement zurückzuführen, wenn auch oft ein seelisches Feuer die Ursache ist , im Sinne einer großen Not oder Unzufriedenheit. Ja oft sogar ein unterdrücktes, aber brennendes Gefühl von Hass, Wut oder Abneigung und Ablehnung, die hin bis in die Kindheit zurück verfogt werden kann.
Menschen mit zu viel Feuer tendieren zu Migräne, hohem Blutdruck, sowie Neigung zu Entzündungskrankheiten.
Übertriebene Eifersucht ist auch dem Feuerelement zugeordnet.
Feuer ist aktiv und verbrennt alles, das kann zu Karrieresucht, Arbeitswut und Dominanzverhalten führen
Mögliche Probleme:
Hautprobleme, Sodbrennen, Hautallergien, zu viel Hitze führt zu Juckreiz, früher Haarausfall, Kopfschmerzen, Burn out, Entzündungen,
Erde
Menschen bei denen das Erdelement überwiegt, haben nicht nur einen stabileren festen Körperbau, sondern sind auch mental mehr geerdet, sie sind bodenständiger. Sie sind ruhig, bodenständig und eher träge.
Erde steht für alles formgebende, Feste, Harte. Im Körper sind das Zähne, Knochen, Haare; Fingernägel, Haut
Mögliche Probleme:
Trägheit, Fettleibigkeit, Knochen- und Gelenkschmerzen, Zahnprobleme, fettige Haare, brüchige Nägel, Pilzerkrankungen
Wasser
Der menschliche Körper besteht zu 90% aus Wasser, körperlich wird Tränen, Schweiß, Blut, Urin, Schleim
Mögliche Probleme:
Wassersucht, Ödembildung, Übergewicht, Fettleibigkeit, Trägheit – besonders morgens, Empfindlichkeit gegen Kälte und Feuchtigkeit, Diabetis, Energiemangel, verschleimte Nasenneben- oder Stirnhöhlenhöhlen, Bronchien, schwache Verdauung, Stoffwechselstörungen, erhöhet Cholesterinwerte, Müdigkeit
Jede Krankheit ist auf ein Ungleichgewicht eines oder mehrerer Elemente zurückzuführen.
- Die 5 Elemente werden im Ayurveda in drei Elementgruppen zusammengefasst:
- Äther, Luft, Raum Vata
- Feuer Pita
- Wasser und Erde Kapha
Der eigene Körpertypus ist abhängig von:
Den vererbten Genen, Karma und dem Klima, in dem wir aufwachsen.
Der Körpertypus ändert sich nie, die Doshas im Körper aber schon. Sie sind abhängig von der Lebenseinstellung, dem Lebensstil, der Ernährung und von der geistigen Einstellung. Wenn sich hier etwas verändert, ändern sich auch die Doshas.
Bei Mischtypen hängt die Lebenseinstellung vom erstgenannten Typ ab.
Unser Leben gliedert sich in drei Teile:
- Baby- und Kindheit:
hier wollen wir viel schlafen, brauchen viel Ruhe und essen gern süß. Diesem Lebensabschnitt ist Kapha zugeordnet. - Erwachsenenzeit:
wir sehen gut aus, sind fit und fun, kämpfen uns hoch und verhalten uns intelligent. Diesem Lebensabschnitt wird Pita zugeordnet. - Alter:
Es beginnt der Körper zu schmerzen, an der Schulter, im Rücken, in den Gelenken usw. – überall ein kleines Ziperlein, wir denken mehr nach und werden weiser. Diesem Lebensabschnitt ist Vata zugeordnet.
Im Tagesverlauf verhalten sich die Doshas folgendermaßen:
Morgens steigt Kapha an – d.h. Kaphaerkrankungen sind morgens schlimmer. Entgegenwirken kann man indem man nach dem Frühstück Kapha Tee trinkt, dass beruhigt dieses Dosha.
Mittags nehmen die Pitaerkrankungen zu bzw. verschlimmern sich, der Blutdruck kann höher oder niedriger werden, Gatritisbeschwerden werden mehr. Nach dem Mittagessen Pitatee beruhigt dieses Dosha.
Abends nehmen die Vatabeschwerden zu. Der Körper schmerzt an vielen Stellen, man fühlt sich energielos. Zur Beruhigung dieses Doshas nach dem Abendessen Vatatee trinken
Vata Dosha
Ist leicht, trocken, immer in Bewegung, liebt Veränderung
Vata Menschen:
Trockene Haut, groß, lieben gewürzte, trockene Mahlzeiten
Körperregion:
Becken und Unterbauch
Krankheiten:
Alles was mit körperlichen Schmerzen zu tun hat ist eine typische Vataerkrankung, dazu gehören auch Lähmungen und Parkinson, Blasen- Gebärmutterentzündung, Reizdarm, Darmerkrankung, Blähungen, Verstopfung (zu viel Trockenheit im Körper), ständig kalte Füße, Reizblase, Menstruationskrämpfe (Blase und Gebärmutter sind hohl), trockenen Haut, Faltenbildung, gereizte Nerven
Warum gerät Vata aus der Kontrolle:
- Zu viel körperliche Arbeit
- Zu viel scharfe gewürzte Speisen
- Reiten
- Motorrad- oder Pickup fahren
Wie wird Vata ausbalanciert:
- Körperliche Ruhe
- Süße und kühlende Nahrung
- Nervenberuhigende Tätigkeit
Grundlegende Ernährungsempfehlungen:
Süß – sauer – salzig
Empfehlenswert sind schwere und ölige Speisen und warme Speisen, die mit Öl oder Fett angereichert sind
Regelmäßig in Ruhe langsam und genussvoll essen
Balancierende Lebensmittel:
Gurken, Karotten, Süßkartoffeln, Kohl, Kürbis, Rettich, Rote Rüben – Beete, Spargel
Ananas, Marillen – Aprikosen, Avocados, Bananen, Beeren, Honigmelonen, Kirschen, süße Mangos, Orangen, Pflaumen, Trauben
Linsen, Hafer, Reis, Weizen
Dill, Gewürznelken, Kardamon, Knoblauch, Kümmel, Safran, Meersalz
Alle Arten von Süßmitteln, alle Milchprodukte, alle Nüsse und Samen
Geflügel, Fisch, Hase
Gekochte Eier, alle Fette und Eier
Wenn möglich vermeiden:
Kalte, trockene und leichte Speisen und kalte Getränke
Pita Dosha
Ist sauer, heiß, feurig
Pita Menschen sind:
Gut aussehehend, intelligent, wechselhaft
Körperregion:
Mittelbauch, Magen, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Leber (hier sind Hormone und Enzyme)
Krankheiten:
Hämorrhoiden, Schwitzattacken, Bluterkrankungen, Hautkrankheiten, Schilddrüse, Diabetis, Insulinerkrankung, hormonelle Erkrankungen, Entzündungen, zu niedriger und zu hoher Blutdruck, Gastritis
Warum gerät Pita aus der Kontrolle:
- Zu viel Alkohol
- Nachtarbeit
- Zu scharfes Essen
- Schnell wütend werden – Streit erhöht Pita
- Hass, Wut Groll, Ärger
Wie wird Pita ausbalanciert:
- Meditation – Hormon und Enzymspiegel wird gesenkt und das Immunsystem ausgeglichen
- Während des Vollmonds wirken Kräfte, die Pita beruhigen
- Durch eine harmonische Partnerschaft
Grundlegende Ernährungsempfehlungen:
Empfehlenswert sind kalte Speisen, die bitter – herb – süß schmecken und kühle Speisen und Getränke
Genügend und regelmäßig essen, mild gewürzt
Balancierende Lebensmittel:
Karfiol – Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen, grüne Bohnen, Gurken, Kartoffeln, Kürbis, Okra, grüne Paprika, Pilze, Rosenkohl, Spargel, Stangensellerie
Äpfel, Avocado, Dörrobst, Feigen, Kirschen, Mango, Melonen, Orangen, Pflaumen
Alle Hülsenfrüchte, fester, gekochter Hafer, Reis, Weizen, Weizenkleie
Dill, Fenchel, Kardamon, Minze, Zimt, Koriander
Rohrzucker, Hüttenkäse, Milch, Mandeln, Sonnenblumenkerne
Geflügel, Fisch Wild, Garnelen
Rohkost, Salate
Ungesalzene Butter, Eiweiß, Kokosöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Kürbiskernöl
Wenn möglich zu vermeiden sind:
Gewürze, salzige und saure Speisen
Kapha Dosha
Ist kalt, süß, schwer
Kapha Menschen:
Sind zu dick, bewegen sich nicht gern, schlafen gern tagsüber, sind träge, essen viel Schokolade
Körperregion:
Brustkorb, Lungen, Bronchien
Warum gerät Kapha außer Kontrolle:
Kapha Menschen essen zu viel, vor allem Abends zu üppig. Wenn sie dann zu wenig Bewegung machen und gleich schlafen gehen und vorher vielleicht noch Schokolade oder andere Süßigkeiten zu sich nehmen erhöht sich der Kaphaanteil.
Wie wird Kapha ausbalanciert:
Kräutermedizin gegen Fettleibigkeit, trockenes und leichtgewürztes Essen, Bewegung
Grundlegende Ernährungsempfehlungen:
Scharf – bitter – herb
Empfehlenswert sind leichte, trockene und warme Speisen, die scharf gewürzt sind und eher bitter schmecken
Warme, leicht verdauliche, halbgar gedünstete Speisen
Keine Zwischenmahlzeiten
Warme Getränke - Ingwertee
Balancierende Lebensmittel:
Auberginen. Karfiol – Blumenkohl, Brokkoli, Karotten, Kartoffeln, Kohl, Paprika, Pilze Salate, Spargel, Rettich,
Äpfel; Marillen – Aprikosen, Beeren, Kirschen; Mango, Rosinen, Trockenfrüchte
Alle Getreide, außer gekochtem Hafer, alle Hülsenfrüchte, außer Bohnen,
Knoblauch, Honig, Buttermilch, Topfen – Quark, Mandeln, Sonnenblumenkerne
Geflügel, Fisch, Wild, Krustentiere, Eier, Ghee, Sonnenblumenöl
Wenn möglich zu vermeiden sind schwere, ölige und kalte Speisen, ebenso alles was süß, sauer und salzig schmeckt.
Grundlegende Ernährungsempfehlung
Ayurveda Spezialisten sind der Meinung, dass jedes Nahrungsmittel einen großen Einfluss auf den Organismus und seine Funktionen hat. Sehr bewusstes Essen wird aus diesem Grund als äußerst wichtig erachtetet.
Ernährung im Ayurveda wird als Medizin verstanden, die jede Disharmonie oder Störung ausgleichen kann. Daher gelten für jeden Konstitutionstypen unterschiedliche Empfehlungen.
Im Ayurvdea werden der Geschmacke, die Eigenschaften und Wirkungen eines Nahrungsmittels genützt, um das Bewusstsein und den Körper zu stärken.
Ayurvedische Küche heißt nicht asiatische Küche. In jedem Land kann mit den jeweils einheimischen Nahrungsmitteln gekocht und nach ayurvedischen Prinzipien gelegbt werden.
Ayurveda lehnt alle Ernährungsdogmen ab. Was für den einen gut, mag für den anderen eher ungünstig sein. Ein Motto wie „das ist gesund“ gibt es im Ayurveda auf Grund der sorgfältigen Differenzierung der einzelnen Konstitutionstypen nicht.
Beispiel: Müsli und Salat. Beides gilt allgemein als „gesund“. Beides ist aber für einen ausgeprägten Vata – Typus im wahrsten Sinne des Worte des Wortes unverdaulich.
Es gibt weder gutes noch schlechtes Essen. Nur Verdorbenes ist wirklich schlecht. Jede Nahrung kann positive oder negative Wirkungen haben, je nach unserer Konstitution oder gegenwärtiger Befindlichkeit.
Der Körper muss für die Nahrungsaufnahme bereit sein. Nehmen Sie jede Mahlzeit möglichst zur gleichen Tageszeit ein. Genießen Sie Ihr Essen mit allen fünf Sinnen, denn Körper, Geist und Seele sollten sich der Nahrungsaufnahme wirklich bewusst sein.
Unser Körper braucht Unterstützung zur Verdauung. Deshalb vermeiden Sie es, unmittelbar vor, während oder direkt nach dem Essen zu trinken, um die Verdauungsenzyme nicht zu verdünnen.
Wenn wir wirklich ein starkes Bedürfnis nach einem bestimmten Nahrungsmittel haben, dürfen wir dem nachgeben. Dabei denken wir nicht an den Schaden, den dieses Nahrungsmittel unserer Gesundheit zufügen könnte. Essen Sie 25% nach Ihren Vorlieben und 75% nach Ihrem erworbenen Wissen.